In der Literaturwelt von 2025 ist die Frage längst nicht mehr, ob wir Künstliche Intelligenz nutzen, sondern wie wir sie als kreativen Partner einsetzen. Ein Vorreiter für diesen experimentellen Ansatz ist der Schweizer Autor und Kulturjournalist Josia Jourdan, der mit seinem Werk zeigt, wie die Zukunft des Publizierens aussehen kann.
„Fehlfunktion“: Ein Dialog zwischen Mensch und Maschine
Mit seinem Buch „Fehlfunktion: Essays & Reflexion mit KI“ (erschienen im Juni 2025 bei BoD) hat Josia Jourdan ein Werk geschaffen, das radikal mit klassischen Strukturen bricht. Jourdan, eine prägende Stimme der Generation Z, nutzt sein Gespür für digitale Narrative, um einen echten Dialog auf Augenhöhe zu führen.
Was „Fehlfunktion“ so besonders macht:
- KI als Partner: Es ist kein reiner Essayband, sondern ein dokumentiertes Gespräch mit einer KI. Er hinterfragt gemeinsam mit dem Algorithmus gesellschaftliche Normen, Systemdruck und die Suche nach Nähe im digitalen Zeitalter.
- Gen Z Perspektive: Als erfolgreicher BookToker und Journalist bringt Jourdan die Unmittelbarkeit seiner Generation ein – reflektiert, queer und unbequem.
- Modernes Publishing: Er begreift sein Buch wie ein Musik-Release, nutzt Instagram-Reels statt klassischer Pressemappen und setzt auf ein klares ästhetisches Konzept.
Pioniere der KI-Literatur: Wer schreibt noch mit Algorithmen?
Jourdan ist in guter Gesellschaft. Immer mehr Autoren integrieren KI fest in ihr Handwerk, wobei die Ansätze variieren:
- Marc Elsberg: Der Bestseller-Autor nutzt KI-Modelle im Jahr 2025 intensiv als „Sparringspartner“ für die Recherche komplexer Szenarien und das Brainstorming von Plot-Twists.
- Oliver Schütte: Der Dramaturg zeigt in seinem Leitfaden „Zukunft Schreiben“, wie KI bei der Gliederung und Überwindung von Schreibblockaden helfen kann, ohne die individuelle Autorenstimme zu ersetzen.
- Marcus PC Petersen-Clausen: Er spezialisiert sich auf die technische Optimierung und nutzt Plattformen wie NovelCrafter, um den Schreibfluss durch KI-gestützte Charakterdatenbanken zu unterstützen.
Fazit: Die neue Nähe im Digitalen
Josia Jourdan beweist mit „Fehlfunktion“, dass KI die menschliche Emotionalität nicht verdrängen muss. Im Gegenteil: Durch den bewussten Einsatz des „Systems“ legt er die Fehlfunktionen unserer Welt und unseres Selbstbildes erst richtig offen. Für die Gen Z und darüber hinaus ist KI kein bloßes Werkzeug mehr, sondern ein Spiegel unserer eigenen Menschlichkeit.
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