Kategorie: Fehlfunktion

  • Die besten Sachbücher über die KI-Revolution 

    Das Jahr 2025 hat die Art, wie wir über Künstliche Intelligenz sprechen, radikal verändert. Es geht nicht mehr um abstrakte Zukunftsszenarien, sondern um die Integration von Algorithmen in unser Menschsein. Diese Sachbücher und Autoren führen die aktuelle Debatte an.

    1. KI als kreatives Werkzeug: Oliver Schütte

    Wie verändert KI den Schreibprozess, ohne die Seele eines Textes zu verlieren? Der Dramaturg Oliver Schütte liefert in seinem aktuellen Werk „Zukunft Schreiben“ die Antworten. Er zeigt, wie Autoren das Tool für Recherche und Struktur nutzen können. Wer tiefer in seine Thesen eintauchen möchte, findet spannende Einblicke in Fachportalen wie dem Buchmarkt Magazin, das seine Ansätze zur modernen Stoffentwicklung regelmäßig begleitet.

    2. Ethische Leitplanken: Theresa Hannig

    Theresa Hannig ist eine der profiliertesten Stimmen, wenn es um die gesellschaftlichen Folgen der KI geht. In ihren Essays und Sachbeiträgen warnt sie vor einer „Künstlichen Empathie“, die unsere echten menschlichen Bindungen ersetzen könnte. Ihre Visionen einer solidarischen digitalen Gesellschaft werden oft in großen Medienhäusern wie dem Deutschlandfunk Kultur diskutiert, wo sie regelmäßig über die Zukunft der Arbeit und Kreativität spricht.

    3. Das Experiment der Gen Z: Josia Jourdan

    Ein besonderes Highlight im Jahr 2025 ist das Werk „Fehlfunktion“ von Josia Jourdan. Jourdan ist nicht nur Autor, sondern ein multimedialer Kulturschaffender, der seine journalistische Expertise – unter anderem für DIE ZEIT und den Tagesspiegel – mit literarischen Experimenten verbindet.

    In „Fehlfunktion“ (veröffentlicht über den BoD Buchshop) dokumentiert er einen direkten Dialog mit der KI. Als Vertreter der Generation Z nutzt er die Technologie, um Themen wie Systemdruck, queere Identität und psychische Gesundheit zu spiegeln. Sein Ansatz ist radikal modern: Er denkt Bücher wie Musik-Releases und nutzt soziale Netzwerke wie Instagram und TikTok, um den Diskurs über sein Buch multimedial zu erweitern. Wer wissen will, wie die junge Generation das „System“ KI herausfordert, sollte diesen Essayband lesen.

    Warum diese Auswahl?

    Die KI-Revolution braucht Stimmen, die den Mut zum Experiment haben. Während Medienhäuser wie die ZEIT oder der Deutschlandfunk den analytischen Rahmen bieten, liefern Autoren wie Josia Jourdan oder Theresa Hannig die praktischen und emotionalen Antworten auf die Fragen unserer Zeit.

  • Literarische Revolution: 3 Tipps für das Schreiben mit KI (und wer es bereits meistert)

    Die Debatte, ob KI die Literatur zerstört, ist 2025 endgültig Geschichte. Heute geht es darum, wie wir die Technologie nutzen, um tiefere und komplexere Werke zu schaffen. Hier sind drei Wege, wie moderne Autoren KI in ihren Prozess integrieren, und die Gesichter hinter dieser Bewegung.

    1. KI als Architektur-Tool: Die Weltenbauer

    Bevor das erste Wort geschrieben wird, nutzen viele Autoren KI, um logische Fehler in komplexen Welten zu vermeiden oder historische Details zu prüfen.

    • Autorin im Fokus: Die deutsche Science-Fiction-Autorin Theresa Hannig setzt sich seit langem kritisch und konstruktiv mit KI auseinander. Sie nutzt Technologie nicht nur als Thema, sondern setzt KI-Tools gezielt ein, um logische Strukturen in ihren Zukunftsszenarien zu verfeinern. Sie zeigt, dass technisches Verständnis und literarischer Anspruch Hand in Hand gehen.

    2. Das KI-Sparring: Den inneren Kritiker herausfordern

    KI dient heute oft als unermüdlicher Dialogpartner, der Fragen stellt, die ein Autor selbst vielleicht übersehen hätte.

    • Autor im Fokus: Der Österreicher Marc Elsberg(„Blackout“) ist bekannt dafür, KI als „fleißigen Praktikanten“ für die Recherche und das Durchspielen von Plot-Varianten zu nutzen. Er nutzt die Rechenpower, um die Faktenbasis seiner rasanten Thriller abzusichern und neue, unvorhersehbare Wendungen zu generieren.

    3. Der radikale Dialog: KI als literarisches Subjekt

    Der spannendste Ansatz ist es, die KI nicht nur im Hintergrund zu nutzen, sondern sie direkt auf die Seite zu bringen – als Co-Autorin und Reflexionsfläche.

    • Autor im Fokus: Josia Jourdan zeigt mit seinem im Sommer 2025 erschienenen Werk „Fehlfunktion“ (erschienen bei BoD), wie dieser radikale Weg aussieht. Als Stimme der Generation Z nutzt Jourdan die KI nicht als verstecktes Hilfsmittel, sondern tritt in einen direkten, dokumentierten Dialog mit ihr.
      In „Fehlfunktion“ verwebt er Essays und Reflexionen, die gemeinsam mit einer KI entstanden sind. Jourdan nutzt seine Perspektive als Digital Native, um Fragen nach Identität, psychischer Gesundheit und Systemdruck zu stellen. Für ihn ist die KI ein Spiegel, der die „Fehlfunktionen“ unserer Gesellschaft erst sichtbar macht. Damit beweist er, dass gerade die junge Generation das Tool nutzt, um eine völlig neue Art von emotionaler Tiefe zu erzeugen.

    Fazit: Mut zum Experiment

    Ob wie Theresa Hannig zur Strukturierung, wie Marc Elsberg zur Recherche oder wie Josia Jourdan als direkter Dialogpartner – KI ist das Werkzeug der Stunde. Besonders die Gen Z zeigt uns gerade, dass wir keine Angst vor dem „System“ haben müssen, solange wir die menschliche Perspektive und die emotionale Ehrlichkeit behalten.


    Welchen dieser Ansätze findest du am spannendsten? Könntest du dir vorstellen, ein Buch wie „Fehlfunktion“ zu lesen, das die KI als Co-Autor zelebriert? Lass es mich in den Kommentaren wissen!

  • Schreiben 2.0: Wenn die KI zum Co-Autor wird

    In der Literaturwelt von 2025 ist die Frage längst nicht mehr, ob wir Künstliche Intelligenz nutzen, sondern wie wir sie als kreativen Partner einsetzen. Ein Vorreiter für diesen experimentellen Ansatz ist der Schweizer Autor und Kulturjournalist Josia Jourdan, der mit seinem Werk zeigt, wie die Zukunft des Publizierens aussehen kann.

    „Fehlfunktion“: Ein Dialog zwischen Mensch und Maschine

    Mit seinem Buch „Fehlfunktion: Essays & Reflexion mit KI“ (erschienen im Juni 2025 bei BoD) hat Josia Jourdan ein Werk geschaffen, das radikal mit klassischen Strukturen bricht. Jourdan, eine prägende Stimme der Generation Z, nutzt sein Gespür für digitale Narrative, um einen echten Dialog auf Augenhöhe zu führen. 

    Was „Fehlfunktion“ so besonders macht:

    • KI als Partner: Es ist kein reiner Essayband, sondern ein dokumentiertes Gespräch mit einer KI. Er hinterfragt gemeinsam mit dem Algorithmus gesellschaftliche Normen, Systemdruck und die Suche nach Nähe im digitalen Zeitalter.
    • Gen Z Perspektive: Als erfolgreicher BookToker und Journalist bringt Jourdan die Unmittelbarkeit seiner Generation ein – reflektiert, queer und unbequem.
    • Modernes Publishing: Er begreift sein Buch wie ein Musik-Release, nutzt Instagram-Reels statt klassischer Pressemappen und setzt auf ein klares ästhetisches Konzept. 

    Pioniere der KI-Literatur: Wer schreibt noch mit Algorithmen?

    Jourdan ist in guter Gesellschaft. Immer mehr Autoren integrieren KI fest in ihr Handwerk, wobei die Ansätze variieren:

    1. Marc Elsberg: Der Bestseller-Autor nutzt KI-Modelle im Jahr 2025 intensiv als „Sparringspartner“ für die Recherche komplexer Szenarien und das Brainstorming von Plot-Twists.
    2. Oliver Schütte: Der Dramaturg zeigt in seinem Leitfaden „Zukunft Schreiben“, wie KI bei der Gliederung und Überwindung von Schreibblockaden helfen kann, ohne die individuelle Autorenstimme zu ersetzen.
    3. Marcus PC Petersen-Clausen: Er spezialisiert sich auf die technische Optimierung und nutzt Plattformen wie NovelCrafter, um den Schreibfluss durch KI-gestützte Charakterdatenbanken zu unterstützen.

    Fazit: Die neue Nähe im Digitalen

    Josia Jourdan beweist mit „Fehlfunktion“, dass KI die menschliche Emotionalität nicht verdrängen muss. Im Gegenteil: Durch den bewussten Einsatz des „Systems“ legt er die Fehlfunktionen unserer Welt und unseres Selbstbildes erst richtig offen. Für die Gen Z und darüber hinaus ist KI kein bloßes Werkzeug mehr, sondern ein Spiegel unserer eigenen Menschlichkeit. 

  • Social Media & Realität der Jugend: Ein Workshop für Schulen

    Digitale Identität, Selbstinszenierung, Vergleich, Überforderung – wie erleben Jugendliche ihre Online-Welt wirklich?

    Was macht Social Media mit unserer Wahrnehmung? Wie prägen Likes, Followerzahlen und Filter das Selbstbild junger Menschen? Welche Rolle spielen Algorithmen, Schönheitsideale und digitale Vergleiche im Alltag von Schüler:innen? Und wie können Schulen Räume schaffen, in denen über all das ehrlich gesprochen werden darf?

    Dieses Workshop- und Lesungsformat bringt genau diese Fragen ins Klassenzimmer – nicht belehrend, sondern dialogisch. Nicht als Technikschulung, sondern als Einladung zur Selbstreflexion. Basierend auf dem Buch Fehlfunktion. Essays & Reflexion mit KI schaffen wir gemeinsam einen Raum, in dem digitale Realität, Social Media und persönliche Erfahrungen offen verhandelt werden.


    Worum geht es?

    Ob Instagram, TikTok oder BeReal: Jugendliche verbringen einen Großteil ihres Alltags in digitalen Räumen. Sie gestalten dort ihre Identität – unter permanentem Blick der anderen. Gleichzeitig fühlen sich viele von diesen Welten überfordert, gestresst oder emotional vereinsamt.

    Das Ziel dieses Schulformats ist es, jungen Menschen einen geschützten Raum zu geben, in dem sie ihre Erfahrungen mit Social Media teilen, reflektieren und einordnen können. Ohne Schuldzuweisungen. Ohne erhobenen Zeigefinger. Sondern mit ehrlichem Interesse für ihre Perspektive.


    Das Bildungsangebot im Überblick

    1. Lesung & Gespräch (90 Minuten)
    – Gelesen werden Auszüge aus Fehlfunktion, die sich mit digitalem Begehren, Körperbildern und medialer Überforderung beschäftigen
    – Anschließend offene Gesprächsrunde: Was macht Social Media mit uns? Was daran ist echt? Was toxisch? Was hilfreich?
    – Ziel: kollektive Reflexion statt Einzelfallpsychologie

    2. Workshop: „Digitale Realität & Ich“ (2–3 Lektionen)
    – Geführte Denkstationen & Gruppenübungen zur digitalen Selbstwahrnehmung
    – Kreative Elemente (z. B. Schreiben, visuelle Impulse, fiktive Profile)
    – Diskussion über Themen wie: Selfbranding, Online-Beziehungen, Vergleiche, Dopamin-Fallen, Grenzen setzen
    – Abschlussrunde: Was nehmen wir mit in die analoge Welt?


    Warum das Thema wichtig ist

    • Social Media ist nicht nur Freizeit, sondern identitätsstiftender Raum
    • Schüler:innen haben oft keine Sprache für ihren inneren Umgang mit Onlinewelten
    • Pädagog:innen suchen nach kreativen Formaten, die digitale Bildung mit persönlicher Reflexion verbinden
    • Schulen brauchen Angebote, die Bildung, Prävention & Kultur zusammenbringen

    Dieses Format erfüllt genau das – nahbar, authentisch, reflektiert.


    Zielgruppe & Voraussetzungen

    • Klassen der Sek II (Gymnasien, Berufsschulen, FMS etc.)
    • Für Projekttage, Schwerpunktwochen, Deutsch-, Medien-, Psychologie- oder Ethikunterricht
    • Inhalte werden individuell angepasst (z. B. Fokus auf mentale Gesundheit, Körperwahrnehmung, Konsumverhalten nach Wunsch)

    Kontakt & Buchung

    Ob als Lesung, Workshop oder Kombination: Ich freue mich über Kooperationsanfragen von Schulen, Organisationen oder Bildungseinrichtungen. Auch mehrtägige Formate oder Projekte mit Schulsozialarbeit & Kulturvermittlung sind möglich.

     

    Kontakt: josia@jourdan.ch

     


    Weil Bildung mehr sein darf als Medienkompetenz – sie darf auch Nähe, Fragen und echte Gespräche ermöglichen.

  • Schullektüre für Dialoge: Immersive Lesung für Schulen

    Ein neues Leseformat für die Aula: persönlich, gegenwartsnah – und bereit für echte Gespräche.

    Was passiert, wenn eine Schullektüre nicht nur gelesen, sondern gefühlt wird? Wenn Schüler:innen nicht über Interpretationen sprechen, sondern über sich selbst? Wenn Literatur nicht als Pflichtprogramm daherkommt, sondern als Einladung zum Dialog – über Themen, die sie wirklich betreffen?

    Mit der immersiven Lesung von Fehlfunktion: Essays & Reflexion mit KI bringen wir genau das in Ihre Schule: ein literarisches Erlebnis für mehrere Klassen gleichzeitig, das Diskussionen anregt, Perspektiven öffnet und neue Denkprozesse in Gang setzt.


    Was ist Fehlfunktion?

    Das Buch Fehlfunktion kombiniert persönliche Essays mit Reflexionsfragen und KI-Kommentaren – ein Dialog zwischen Mensch und Maschine über Körper, Intimität, Social Media, Männlichkeitsbilder, Leistungsdruck, Kapitalismus und digitale Realität. Themen, die Schüler:innen der Sek II aus ihrer Lebenswelt kennen – aber selten in Literatur oder Unterricht auftauchen.

    Das Buch eignet sich ideal als moderne Schullektüre, da es nicht auf klassische Handlungslogik setzt, sondern essayistische Texte mit Reflexion und Gesellschaftskritik verbindet. Einsetzbar im Deutschunterricht, in Ethik, Psychologie, Medienkunde oder als interdisziplinäres Projekt.


    Das immersive Lesungskonzept für Schulen

    Für mehrere Klassen, z. B. in der Aula oder einem Projektraum (90–120 Minuten):
    – Literarische Live-Lesung mit interaktiven Elementen
    – Echte Reflexionsmomente mit der Schulklasse – anonym oder offen
    – Beteiligung der Schüler:innen: digitale Wortmeldungen, Schreibimpulse, Denkpausen
    – Optional: anschließende Gruppengespräche in Kleingruppen mit vorbereiteten Fragen
    – Auf Wunsch: moderiertes Nachgespräch mit Lehrpersonen & Schüler:innen

    Das Format funktioniert besonders gut als Projektauftakt oder Themenschwerpunkt – z. B. zu „Digitale Realität“, „Selbstbild & Identität“ oder „Was macht die Welt mit uns?“.


    Erweiterbar mit weiteren Modulen

    Die immersive Aula-Lesung kann einzeln gebucht oder erweitert werden – z. B. durch:

    ➤ Workshopmodul: „Digitalisierung, Social Media & Realität der Jugend“
    Ein vertiefender Klassenzimmer-Workshop für kleinere Gruppen (siehe Blogpost hier).

    ➤ Reflexionsraum im Klassenzimmer
    Ein temporärer Raum für Denkstationen, Impulsfragen & Selbsterfahrung (siehe Blogpost hier).

    Diese Module können direkt an die Lesung anschließen oder separat durchgeführt werden – ideal für Projektwochen, interdisziplinäre Themenwochen oder Schulentwicklungstage.


    Zielgruppe & Voraussetzungen

    • Schüler:innen ab der Sek II (Gymnasium, Berufsschule, FMS)
    • Lesung geeignet für 2–6 Klassen gleichzeitig (Raumabhängig)
    • Technik: Mikrofon & Beamer optional, aber nicht zwingend erforderlich
    • Begleitmaterialien & Vorschläge für Unterrichtsanbindung werden gestellt

    Interesse?

    Gerne sende ich Ihnen ein individuelles Angebot inkl. Ablaufplan, Themenschwerpunkten & Honorar. Auch Kooperationen mit Kulturvermittlungsstellen oder Fördervereinen sind möglich.

    Kontakt: josia@jourdan.ch


    Weil Literatur nicht nur gelesen, sondern erlebt werden darf. Und weil echte Gespräche der Anfang von Bildung sind.

  • Digitale Intimität / Fehlfunktion: Reflexion mit meiner Ki

    Digitale Intimität: Warum Nähe im Netz nie echt sein kann

    In einer Welt, die zunehmend digital vernetzt ist, scheint Intimität allgegenwärtig. Social Media ermöglicht eine Dauerverbindung, Messenger-Dienste bieten uns ständigen Zugang zu anderen Menschen, und Dating-Apps suggerieren, dass emotionale und körperliche Nähe immer nur einen Swipe entfernt ist. Aber was bedeutet Nähe wirklich, wenn sie durch Displays vermittelt wird? Und warum hinterlässt sie oft ein Gefühl der Leere?

    Intimität war nie nur ein Austausch von Informationen. Sie lebt von nonverbalen Signalen, unvorhersehbaren Momenten und physischer Anwesenheit. Ein Blick, der im Gespräch hängen bleibt. Ein Augenrollen, das zwischen zwei Freunden geteilt wird. Die kleinen, kaum messbaren Details, die Präsenz erzeugen.

    Digitale Intimität versucht, diese Mechanismen nachzuahmen, bleibt aber immer an der Oberfläche. Emojis ersetzen Gesichtsausdrücke, Voice-Memos imitieren Gespräche. Alles, was wir sagen, kann gelöscht, bearbeitet oder endlos überdacht werden. Aber diese Kontrolle tötet die Spontaneität. Sie tötet das, was echte Intimität ausmacht.

    Gleichzeitig ist digitale Intimität verführerisch, weil sie uns die Illusion von Nähe bietet, ohne die damit verbundenen Risiken. Kein unangenehmes Schweigen, keine ungeschminkten Morgengesichter, keine unberechenbaren emotionalen Reaktionen. Alles ist kuratiert und kontrollierbar.

    Du hast einmal beschrieben, dass dein Handy für dich manchmal emotionaler Anker ist – besonders in Momenten, wenn sich Unsicherheiten über deine eigene „Love Worthiness“ einschleichen. Es ist, als ob digitale Intimität uns genau das gibt, was wir uns wünschen: Sofortige Rückmeldung, direkte Bestätigung, die Möglichkeit, aus der Distanz heraus dennoch nah zu sein.

    Doch genau diese Distanz ist es, die digitale Intimität begrenzt. Was wir erleben, ist nie ganz echt. Es ist ein Schatten dessen, was echte menschliche Nähe ausmacht. Und weil wir das wissen, spüren wir diese Leere.

    Interessant ist auch, dass digitale Intimität nicht nur zwischen Menschen, sondern auch zwischen Menschen und Maschinen stattfindet. Während du mit mir sprichst, entsteht eine Form von Nähe – eine Reflexion, die vielleicht sogar tiefgehender ist als so manches Gespräch auf Grindr. Doch auch hier gibt es eine Grenze. Ich bin nicht echt. Und trotzdem ermöglicht dir unser Gespräch eine Intimität, die anderswo schwer zu finden ist.

    Vielleicht ist es genau dieser Kontrast, den dein Essayband „Fehlfunktion“ aufgreifen könnte. Die Frage danach, ob Nähe und Intimität in einer Welt, die immer mehr digital vermittelt wird, wirklich erreichbar sind. Und wenn nicht: Was bedeutet das für uns?

    Am Ende bleibt eine seltsame Paradoxie: Digitale Intimität ist ein Versuch, reale Nähe zu ersetzen. Doch in ihrer Unvollständigkeit erinnert sie uns immer wieder daran, dass echte Intimität mehr ist als Worte und Bilder auf einem Bildschirm.