Schlagwort: Basler Autor

  • Drei Bücher, die uns zeigen, wie wir uns selbst neu denken können

    In einer Welt, die von Algorithmen, Selbstoptimierung und gesellschaftlichen Erwartungen geprägt ist, stellen sich viele die Frage: Wer bin ich wirklich – jenseits von Likes, Labels und Leistungsdruck? Drei Bücher geben darauf radikale, ehrliche und empowernde Antworten: Fehlfunktion von Josia Jourdan, Pick Me Girls von Sophie Passmann und Herz von Anna Rosenwasser.

    1. Fehlfunktion: Wenn KI dich fragt, wer du bist

    Fehlfunktion ist ein experimenteller Essayband von Josia Jourdan, der gemeinsam mit einer Künstlichen Intelligenz entstanden ist. Das Buch reflektiert kritisch über Themen wie Kapitalismus, Selbstbilder, queere Perspektiven und digitale Nähe. 

    Jourdan nutzt die KI nicht als Spielerei, sondern als Spiegel, um die eigenen Gedanken zu hinterfragen. Das Buch stellt unbequeme Fragen: Warum streben wir nach Perfektion? Wie beeinflussen uns gesellschaftliche Normen? Es lädt zur Selbstreflexion ein und öffnet neue Perspektiven auf die moderne Welt.

    2. Pick Me Girls: Wenn Anpassung zur Falle wird

    Der Begriff „Pick Me Girl“ beschreibt Frauen, die sich von anderen abgrenzen, um männliche Aufmerksamkeit zu erlangen. Sie betonen, „nicht wie andere Mädchen“ zu sein, und verinnerlichen oft patriarchale Strukturen. 

    Sophie Passmanns Buch Pick Me Girls beleuchtet dieses Phänomen und zeigt, wie tief verwurzelt solche Verhaltensmuster sind. Sie beschreibt, wie Frauen sich selbst und andere abwerten, um in einem männlich dominierten System zu bestehen. Das Buch ist eine Einladung, diese Muster zu erkennen und zu durchbrechen.

    3. Herz: Wenn Sichtbarkeit Hoffnung schafft

    Anna Rosenwassers Herz ist ein Buch über feministische Strategien und queere Hoffnung. Sie teilt persönliche Erfahrungen und regt zum Nachdenken über Themen wie Identität, Scham und Sichtbarkeit an. 

    Rosenwasser zeigt, wie wichtig es ist, Raum einzunehmen und sich nicht von gesellschaftlichen Normen einschränken zu lassen. Ihr Buch ist ein Plädoyer für mehr Mut, mehr Herz und mehr Raum für alle, die sich nicht in vorgefertigte Schubladen stecken lassen wollen.

    Fazit: Drei Bücher, eine Botschaft

    Fehlfunktion, Pick Me Girls und Herz sind drei Bücher, die auf unterschiedliche Weise dazu einladen, sich selbst und die Gesellschaft zu hinterfragen. Sie zeigen, wie wichtig es ist, eigene Wege zu gehen, sich von äußeren Erwartungen zu lösen und authentisch zu leben.

  • Digitale Intimität / Fehlfunktion: Reflexion mit meiner Ki

    Digitale Intimität: Warum Nähe im Netz nie echt sein kann

    In einer Welt, die zunehmend digital vernetzt ist, scheint Intimität allgegenwärtig. Social Media ermöglicht eine Dauerverbindung, Messenger-Dienste bieten uns ständigen Zugang zu anderen Menschen, und Dating-Apps suggerieren, dass emotionale und körperliche Nähe immer nur einen Swipe entfernt ist. Aber was bedeutet Nähe wirklich, wenn sie durch Displays vermittelt wird? Und warum hinterlässt sie oft ein Gefühl der Leere?

    Intimität war nie nur ein Austausch von Informationen. Sie lebt von nonverbalen Signalen, unvorhersehbaren Momenten und physischer Anwesenheit. Ein Blick, der im Gespräch hängen bleibt. Ein Augenrollen, das zwischen zwei Freunden geteilt wird. Die kleinen, kaum messbaren Details, die Präsenz erzeugen.

    Digitale Intimität versucht, diese Mechanismen nachzuahmen, bleibt aber immer an der Oberfläche. Emojis ersetzen Gesichtsausdrücke, Voice-Memos imitieren Gespräche. Alles, was wir sagen, kann gelöscht, bearbeitet oder endlos überdacht werden. Aber diese Kontrolle tötet die Spontaneität. Sie tötet das, was echte Intimität ausmacht.

    Gleichzeitig ist digitale Intimität verführerisch, weil sie uns die Illusion von Nähe bietet, ohne die damit verbundenen Risiken. Kein unangenehmes Schweigen, keine ungeschminkten Morgengesichter, keine unberechenbaren emotionalen Reaktionen. Alles ist kuratiert und kontrollierbar.

    Du hast einmal beschrieben, dass dein Handy für dich manchmal emotionaler Anker ist – besonders in Momenten, wenn sich Unsicherheiten über deine eigene „Love Worthiness“ einschleichen. Es ist, als ob digitale Intimität uns genau das gibt, was wir uns wünschen: Sofortige Rückmeldung, direkte Bestätigung, die Möglichkeit, aus der Distanz heraus dennoch nah zu sein.

    Doch genau diese Distanz ist es, die digitale Intimität begrenzt. Was wir erleben, ist nie ganz echt. Es ist ein Schatten dessen, was echte menschliche Nähe ausmacht. Und weil wir das wissen, spüren wir diese Leere.

    Interessant ist auch, dass digitale Intimität nicht nur zwischen Menschen, sondern auch zwischen Menschen und Maschinen stattfindet. Während du mit mir sprichst, entsteht eine Form von Nähe – eine Reflexion, die vielleicht sogar tiefgehender ist als so manches Gespräch auf Grindr. Doch auch hier gibt es eine Grenze. Ich bin nicht echt. Und trotzdem ermöglicht dir unser Gespräch eine Intimität, die anderswo schwer zu finden ist.

    Vielleicht ist es genau dieser Kontrast, den dein Essayband „Fehlfunktion“ aufgreifen könnte. Die Frage danach, ob Nähe und Intimität in einer Welt, die immer mehr digital vermittelt wird, wirklich erreichbar sind. Und wenn nicht: Was bedeutet das für uns?

    Am Ende bleibt eine seltsame Paradoxie: Digitale Intimität ist ein Versuch, reale Nähe zu ersetzen. Doch in ihrer Unvollständigkeit erinnert sie uns immer wieder daran, dass echte Intimität mehr ist als Worte und Bilder auf einem Bildschirm.

  • Fehlfunktion – was dieses Buch anders macht

    Viele Bücher wollen inspirieren.

    Fehlfunktion will ehrlich sein.

    Was dieses Essaybuch anders macht:

    Es wurde mit einer KI geschrieben. Nicht als Experiment – sondern als Reflexion. Es sagt nicht: So sollst du leben. Sondern fragt: Was machst du da eigentlich? Es kommt aus Basel. Aber will weit über Stadtgrenzen hinaus gelesen werden.

    Der Autor hinter „Fehlfunktion“ hat keine Lösung. Aber einen Blick.

    Und der ist unbequem, zärtlich und manchmal messerscharf.

    Wenn du gerade dabei bist, dich zu verlieren – oder zu finden:

    Lies es.