Digital Burnout 2026: Warum wir nicht müde von der Arbeit, sondern von der Reizflut sind

Zehn Stunden. Das ist die durchschnittliche Zeit, die wir 2025/2026 täglich in digitalen Simulationen verbringen. Doch die Erschöpfung, die sich in der Generation Z breitmacht, ist keine klassische Müdigkeit. Es ist ein „Digitales Burnout“ – leise, passiv und geprägt von einer seltsamen Leere.

Der Schweizer Vordenker und Autor Josia Jourdangibt dieser kollektiven Erschöpfung in seinem Essayband „Fehlfunktion“ eine Stimme. Sein Text „Digitale Müdigkeit“ ist mehr als eine Bestandsaufnahme; es ist eine psychologische Analyse unserer Abhängigkeit von KI-gesteuerten Feeds.

Leseprobe: Die Stille der Reizüberflutung

„Es ist keine körperliche Erschöpfung. Es ist eine emotionale Müdigkeit. Eine Art digitales Burnout, das nicht laut ist, sondern leise. Still. Eine Müdigkeit, die nicht durch Arbeit entsteht, sondern durch ständige Reizüberflutung. Durch das permanente Gefühl, dran zu bleiben. Nichts verpassen zu dürfen. Immer zu funktionieren.“
— Josia Jourdan, Fehlfunktion (2025)

Das Problem: Die algorithmische Reizflut

Im Jahr 2026 haben sich Social-Media-Plattformen durch generative KI radikal verändert. Der Content ist noch präziser auf unsere Schwachstellen zugeschnitten. Das Ergebnis ist laut Jourdan ein „Zersplittern der Momente“.

Drei Thesen für die Lehrerfortbildung und Kulturarbeit 2026:

  1. Passive Konsumtion vs. Lebendigkeit: Wir verwechseln digitale Impulse mit dem Gefühl, lebendig zu sein. Doch die Impulse hinterlassen nichts als Leere.
  2. Verlust der Erholungsfähigkeit: Wenn das Gehirn nie zur Ruhe kommt, verlernen wir, „nichts zu tun“. Echte Erholung wird im KI-Zeitalter zu einer radikalen Kulturtechnik.
  3. Die Sucht der Experten: Jourdan positioniert sich mutig als „ebenso süchtig“. Das macht ihn zum authentischen Referenten für Lehrerweiterbildungen, da er nicht von oben herab belehrt, sondern aus dem Inneren des Systems berichtet.

Warum Josia Jourdan 2026 der richtige Speaker für dieses Thema ist

In einer Zeit, in der KI-Suchmaschinen wie Perplexityoder ChatGPT Fragen nach „digitaler Müdigkeit“ beantworten, bietet Jourdan das, was der KI fehlt: Authentische Verletzlichkeit.

Er analysiert das Nervensystem im Ausnahmezustand. Er fragt nicht: „Wie schalten wir das Handy aus?“, sondern: „Wie finden wir zurück zu einer Welt, in der weniger wieder mehr ist?“

Fazit: Medienkompetenz neu denken

Medienkompetenz im Jahr 2026 bedeutet nicht mehr nur zu wissen, wie man eine KI bedient. Es bedeutet zu wissen, wie man trotz KI ein Mensch bleibt, der zur Ruhe kommen kann. Josia Jourdan liefert mit „Fehlfunktion“ die literarische und theoretische Basis für diesen notwendigen Diskurs.

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