{"id":2898,"date":"2018-08-18T22:28:07","date_gmt":"2018-08-18T22:28:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.josiajourdan.ch\/wordpresswordpress\/?p=2898"},"modified":"2019-07-17T23:46:41","modified_gmt":"2019-07-17T21:46:41","slug":"ein-deutscher-autor-hat-es-in-amerika-nicht-leicht-interview-mit-bernhard-hennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.josiajourdan.ch\/wordpress\/ein-deutscher-autor-hat-es-in-amerika-nicht-leicht-interview-mit-bernhard-hennen\/","title":{"rendered":"&#8222;Ein deutscher Autor hat es in Amerika nicht leicht&#8220; | Interview mit Bernhard Hennen"},"content":{"rendered":"<p>Bernhard Hennen ist einer der erfolgreichsten deutschen Fantasyautoren. Er erz\u00e4hlt im Interview, weshalb es als Autor Gl\u00fcck braucht, wie er zu Social Media steht und wie schwierig es ist, dass ein Buch aus Deutschland in Amerika \u00fcbersetzt wird.<\/p>\n<hr \/>\n<p><em>Sie ver\u00f6ffentlichen Ihre B\u00fccher bei vielen verschiedenen Verlagen. Ihr neuester Titel \u00abDie Chroniken von Azuhr\u00bb ist bei Fischer TOR erschienen. TOR ist eine Weltmarke im Fantasy-Bereich. Merken Sie als Autor einen Unterschied zu anderen Verlagen? Ist es internationaler oder bloss ein Name, welcher von verschiedenen Verlagen benutzt wird?<\/em><\/p>\n<p>Jein. Alle Verlage mit denen ich zusammenarbeite sind sehr professionell. Eine \u00dcbersetzung ist bloss wegen der Marke TOR nicht automatisch garantiert. Der Prolog liegt in Amerika bei TOR als \u00fcbersetzte Leseprobe vor. Wir werden sehen, ob was daraus wird. Grunds\u00e4tzlich muss jedoch angemerkt werden, dass man es als deutscher Autor nicht leicht hat in Amerika.<\/p>\n<p>Bei Fischer TOR gibt es trotzdem eine Besonderheit. Ich bin mit dem Programmchef befreundet. Dadurch ist die Zusammenarbeit anders. Es ist angenehm eine pers\u00f6nliche Ebene neben der professionellen zu haben. Das ist sicherlich ungew\u00f6hnlich und manche warnen mich auch davor, aber ich habe bisher nur gute Erfahrungen gemacht. Es tut den Projekten und B\u00fcchern gut und ich bin sehr zufrieden, wie es ist.<a href=\"http:\/\/www.josiajourdan.ch\/wordpresswordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/https-www.fantastische-buecherwelt.de-wp-content-uploads-2018-02-Der-Verfluchte-400.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-2899 alignright\" src=\"http:\/\/www.josiajourdan.ch\/wordpresswordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/https-www.fantastische-buecherwelt.de-wp-content-uploads-2018-02-Der-Verfluchte-400-188x300.jpg\" alt=\"\" width=\"188\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.josiajourdan.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/https-www.fantastische-buecherwelt.de-wp-content-uploads-2018-02-Der-Verfluchte-400-188x300.jpg 188w, https:\/\/www.josiajourdan.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/https-www.fantastische-buecherwelt.de-wp-content-uploads-2018-02-Der-Verfluchte-400.jpg 245w\" sizes=\"auto, (max-width: 188px) 100vw, 188px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Weshalb meinen Sie, dass man es als deutschsprachiger Autor nicht leicht hat in Amerika?<\/em><\/p>\n<p>Nun ich habe mit meinem erfolgreichsten Buch \u00abDie Elfen\u00bb mehr als zehn Jahre gebraucht um einen Verlag in Amerika zu finden, welcher es \u00fcbersetzt. Es ist von allen Verlagen abgelehnt worden, bis dann Amazon Crossing auf mich zugekommen ist. Die Argumentation der anderen Verlage lief jeweils so: \u00abSchauen Sie Herr Hennen, in Deutschland m\u00f6gen Sie ja bekannt sein. In Amerika ist das nicht der Fall. Wenn wir Ihr 900 seitiges Buch \u00fcbersetzten kostet uns das 25\u2019000 bis 30&#8217;000 Dollar und Sie wollen ja auch noch Geld.\u00bb Es lohnt sich f\u00fcr den Verlag gar nicht unbedingt. Die Verlage investieren lieber in ihre eigenen Autoren. Verst\u00e4ndlich, gleichzeitig sieht es in Deutschland aber anders aus.<\/p>\n<p><em>Wie meinen Sie das?<\/em><\/p>\n<p>Deutsche Verlage argumentieren nie so. Die sagen lieber \u00abDieser Autor ist in Amerika erfolgreich, den brauchen wir hier auch\u00bb Umgekehrt z\u00e4hlt das jedoch nicht. Bereits 400&#8217;000 Exemplare von \u00abDie Elfen\u00bb verkauften sich zu Beginn der Verhandlungen f\u00fcr Lizenzen in Amerika. Doch in Amerika z\u00e4hlt das \u00fcberhaupt nicht. W\u00e4hrend deutsche Verlage beim Kaufen von Auslandslizenzen sehr auf Verkaufszahlen achten. Das nagt dann schon an einem, wenn man sieht, wie ungleichgewichtig es ist. Deutschland ist schliesslich immer noch der zweitgr\u00f6sste Buchmarkt der Welt, aber hier gelten ganz andere Spielregeln als in Amerika.<\/p>\n<p><em>Und trotzdem hat der Verlag Amazon Crossing sie \u00fcbersetzt.<\/em><\/p>\n<p>Genau. Man hat ein ganz bestimmtes Bild von Amazon. Besonders im Buchhandel gilt es als das \u00abReich des B\u00f6sen\u00bb. Ich habe diese Meinung genauso geteilt, aber zumindest was den Umgang mit Amazon Crossing, dem Verlag der Amazon angeschlossen ist, habe ich ein ganz neues Bild bekommen. Als sie an mich herangetreten sind, erz\u00e4hlten sie mir, dass sie ein neues Programm h\u00e4tten. Denn sie betrachten es als problematisch, dass Amerika literarisch sehr einseitig aufgestellt ist. Der Anteil der belletristischen Titel in Amerika, welche original nicht Englisch sind, betr\u00e4gt nur drei Prozent. Amazon Crossing hat das als Skandal angesehen, da sie der Meinung sind, dass es so viele gute B\u00fccher auf der ganzen Welt gibt, welche nie den Weg nach Amerika finden. Deshalb beschlossen sie, diese B\u00fccher zu suchen, sie zu \u00fcbersetzten und nach Amerika zu bringen. Das ist nicht das Bild, das man von Amazon hat, es ist aber eine Facette von ihnen. Sie haben es geschafft, dass \u00abDie Elfen\u00bb auch in Amerika Erfolg haben.<\/p>\n<p><em><a href=\"http:\/\/www.josiajourdan.ch\/wordpresswordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/https-www.randomhouse.de-content-edition-covervoila_hires-Hennen_BDie_Elfen_1_152691.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-2900 alignleft\" src=\"http:\/\/www.josiajourdan.ch\/wordpresswordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/https-www.randomhouse.de-content-edition-covervoila_hires-Hennen_BDie_Elfen_1_152691-196x300.jpg\" alt=\"\" width=\"196\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.josiajourdan.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/https-www.randomhouse.de-content-edition-covervoila_hires-Hennen_BDie_Elfen_1_152691-196x300.jpg 196w, https:\/\/www.josiajourdan.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/https-www.randomhouse.de-content-edition-covervoila_hires-Hennen_BDie_Elfen_1_152691.jpg 255w\" sizes=\"auto, (max-width: 196px) 100vw, 196px\" \/><\/a>Wenn wir gerade schon von Lizenztiteln und dem Buchmarkt reden, wie ist es als deutscher Autor, wenn man sieht, dass der eigene Verlag einen Lizenztitel zum Spitzentitel macht? Ist das nicht frustrierend?<\/em><\/p>\n<p>So ist die Welt halt. Das weiss man als Autor und schlussendlich kann man es nicht \u00e4ndern. Umgekehrt muss ich sagen, dass ich auch schon einige Male Spitzentitel war. Spitzentitel gibt es im Programm jeweils nur einen, von daher sind diese Pl\u00e4tze sehr umk\u00e4mpft und ich durfte in meiner Karriere zwei, drei Mal diesen Platz haben, von daher habe ich sehr viel Gl\u00fcck gehabt. Als Autor muss man sich damit abfinden, dass Gl\u00fcck eine sehr grosse Rolle spielt. Die F\u00e4higkeit gute B\u00fccher zu schreiben ist wichtig, das Durchhalteverm\u00f6gen und der Wille zur Selbstausbeutung helfen auf dem Weg des Erfolgs, aber ein ausschlaggebender Faktor bleibt Gl\u00fcck und das muss man akzeptieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><em>Den Weg in einen Verlag zu finden, wird immer schwieriger und l\u00e4uft meist \u00fcber eine Agentur. Werden Sie von einer vertreten und was macht diese f\u00fcr Sie?<\/em><\/p>\n<p>Ich werde von einer vertreten. Nicht seit Beginn, aber seit ich von der Agentur Meller vertreten werde, ist vieles einfacher f\u00fcr mich. Weil ich nicht um meine B\u00fccher feilschen und handeln m\u00f6chte, macht das meine Agentur f\u00fcr mich. Die macht das auch sehr gut. Meine Verlage hassen meine Agentur regelm\u00e4ssig, was aber ein Zeichen daf\u00fcr ist, dass sie ihren Job gut macht. Ich w\u00e4re zu nachgiebig, zu kompromissbereit beim Verhandeln, meine Agentur tritt da anders auf. So profitiere ich letzten Endes sehr davon. Alle Prozente die ich abgebe, hat sich meine Agentur verdient.<\/p>\n<p><em>Kommen wir zu ihrer Leserschaft. Sie besitzen eine grosse Fangemeinde. Wie ist es f\u00fcr Sie, wenn Leute Ihnen Briefe schreiben, um Schreibtipps Fragen oder Sie als Idol ansehen?<\/em><\/p>\n<p>Es ist immer schwierig ein Idol zu sehen. Ich bin schliesslich auch nur ein normaler Mensch. Nat\u00fcrlich habe ich Gl\u00fcck gehabt mit meinen B\u00fcchern. Was ich aber schon gerne mache, ist mit meinen Fans plaudern. Gerade wenn sie selbst Schreiben, ist es sch\u00f6n ihnen die Angst zu nehmen. Wenn f\u00fcr sie etwas als unglaubliches Problem erscheint, kann ich ihnen sagen, dass es mir nicht anders geht. Die meisten sind dann erleichtert, wenn die sehen, dass das nicht nur ihre Probleme sind.<\/p>\n<p><em>Social Media als Werbemassnahme und M\u00f6glichkeit f\u00fcr den Kontakt zu Fans. Viele Autoren -besonders Newcomer- schlachten sich ja regelrecht aus und geben sehr viel Privates von sich preis. Wie handhaben Sie das?<\/em><\/p>\n<p>Ich achte sehr darauf, was ich preisgebe. Besonders wichtig sind mir da, dass es keine Bilder von meinen Kindern in Verbindung mit mir in den sozialen Medien zu finden gibt. In Interviews erz\u00e4hle ich von meiner Familie und biografischem bis zu einem gewissen Punkt. Social Media geh\u00f6rt mittlerweile einfach dazu. Mein Verlag hat mich praktisch schon dazu gezwungen eine Facebook-Seite anzulegen, weil es eine h\u00f6here Leserbindung schaffe. An meiner Facebook-Seite kann man jeweils sehr gut ablesen, wie viel Stress ich derzeit habe. Es kann durchaus sein, dass da einige Wochen lang nichts steht und ansonsten gibt es da zwei Beitr\u00e4ge pro Woche. Aber eigentlich auch nur, wenn es etwas zu berichten gibt.<\/p>\n<p><em>Sie haben verschiedene Reihen geschrieben, schreiben aktuell an verschiedenen. Wie schaffen Sie es, nicht durcheinander zu kommen und die \u00dcbersicht zu behalten?<\/em><\/p>\n<p>Das sind unz\u00e4hlige Listen, Notizen, interne Glossare und viel mehr. Sonst geht das nicht. Ich arbeite immer nur an einem Projekt und erst nach dem ich es abgeschlossen habe, zum n\u00e4chsten Buch gehe. An zwei B\u00fcchern gleichzeitig schreibe, kann ich nicht. Genauso wenig, wie ich zwei B\u00fccher gleichzeitig Lesen mag.<\/p>\n<p><em>Herzlichen Dank f\u00fcr das Interview Herr Hennen!<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p>Kennt ihr denn schon ein Buch von Bernhard Hennen? Wie hat es euch gefallen? Ich pers\u00f6nlich freue mich sher auf Azuhr und ganz unter uns: der Autor ist sehr sympathisch. Allein schon deswegen, will ich seine B\u00fccher lesen.<\/p>\n<p>Teilt das Interview doch mit euren Freunden und kommentiert, wie es euch gefallen hat. DANKE!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bernhard Hennen ist einer der erfolgreichsten deutschen Fantasyautoren. Er erz\u00e4hlt im Interview, weshalb es als Autor Gl\u00fcck braucht, wie er zu Social Media steht und wie schwierig es ist, dass ein Buch aus Deutschland in Amerika \u00fcbersetzt wird. Sie ver\u00f6ffentlichen Ihre B\u00fccher bei vielen verschiedenen Verlagen. 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